Über GLL2018-08-27T12:11:55+00:00

Wer wir sind

GLL steht als Abkürzung für Gleichgeschlechtliche Liebe Leben.

Das Schulprojekt wurde im Jahr 2000 von Lehrpersonen als Arbeitsgruppe der nationalen Dachorganisationen Pink Cross (Schwulenorganisation Schweiz), LOS (Lesbenorganisation Schweiz) und fels (Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen) gegründet. Aufgrund der hohen Nachfrage von Schulen aus dem Kanton Zürich entstand 2004 in Zusammenarbeit mit den HAZ-queer Zürich eine eigenständige Regionalgruppe.
Im Jahr 2017 wurden schliesslich beide Gruppen zusammengelegt und der Verein „GLL – das andere Schulprojekt“ gegründet. Der Verein ist heute unabhängig von den Dachorganisationen, steht jedoch in direktem Austausch mit ihnen.

Die Situation hat sich in der Schweiz in den letzten 20 Jahren zwar für viele LGBTQ-Menschen verbessert, die Arbeit an der Basis, bei Kindern und Jugendlichen ist nach wie vor notwendig und wird von uns mit viel Herzblut und grossem Engagement gemacht: 60-80 aktive Schulbesucher*innen sind ehrenamtlich in Schulen und Jugendorganisationen in 9 Deutschschweizer Kantonen unterwegs. Die Organisation wird von einem 10 köpfigen Vorstand geführt.

Normen, Fachwissen und Begriffe im Bereich der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sind in stetigem Wandel. An regelmässigen Teambildungstagen und Weiterbildungasanlässen mit externen Fachpersonen bilden wir uns intern weiter. Einige unserer aktiven Schulbesucher*innen haben selbst einen fachpädagogischen Hintergrund – dies ist aber nicht zwingende Voraussetzung.

Zusammenarbeit

In den Kantonen Luzern, Uri, Ob- und Nidwalden arbeitet GLL mit der Fachstelle S&X, im Kanton Zug mit der kantonalen Abteilung für Kinder- und Jugendgesundheit zusammen. Wir stehen in engem Kontakt mit den Schulprojekten ABQ (Bern), COMOUT (St. Gallen, Appenzell) und der Fachgruppe EduQueer. Ausserdem sind wir mit den nationalen Dachorganisationen Pink Cross, LOS und fels, sowie im Kanton Zürich mit den HAZ-queer Zurich und dem Verein Regenbogenhaus Zürich vernetzt.

Weshalb es uns braucht

In jedem Schulhaus ist sexuelle Orientierung und Anderssein ein Thema:

  • Wer nicht den gängigen Rollenbildern entspricht, wird gehänselt und ausgegrenzt. Beschimpfungen, Mobbing und Unwissen gehören zum Alltag vieler Jugendlicher.
  • Auf dem Pausenplatz kursieren Vorurteile und Klischees über jegliche Art von Minderheiten.
  • „Schwul“ und „Schwuchtel“ werden häufig als Schimpfwörter benutzt.

Statistisch gesehen sitzen in jeder Klasse ein bis mehrere Jugendliche, die sich vom gleichen Geschlecht angezogen fühlen und in jedem Schulhaus gibt es ein Trans*kind.

Viele von ihnen merken schon früh, dass sie selber „anders“ sind. In dieser Coming-out-Phase fühlen sie sich oft alleine und sind von Ängsten geplagt. Sie kennen keine Möglichkeiten und Netzwerke, um sich Rat zu holen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Darüber hinaus ist die Suizidrate junger LGBTQs vier- bis siebenmal höher als diejenige heterosexueller Jugendlicher. Dabei ist nicht die Homosexualität der Grund für den Suizid, sondern die Ängste vor und Erfahrungen mit den Reaktionen des Umfeldes, allen voran des Elternhauses, der Gleichaltrigen und der Schule. Und hier setzt unsere Arbeit ebenfalls an.

Was wir bieten

Schulbesuche/ Workshops

Wir besuchen Schulklassen, Jugendgruppen, Firm- oder Konfirmations-Gruppen und sind auch offen für weitere Organisationen.

Wir bieten Jugendlichen einen direkten und lebensnahen Zugang zum Thema sexuelle Orientierung und Coming-out, indem sie unsere individuellen Lebensgeschichten kennen lernen. Wir erzählen unsere Coming-out-Geschichten und beantworten Fragen der Jugendlichen.

Wir bieten eine sachlichen Überblick über die Thematik und erklären die wichtigsten Begriffe.

Wir gestalten die Unterrichtseinheit so, dass ein Dialog miteinander möglich wird und die Bedürfnisse der Klasse abgedeckt werden.

Wir stehen für ein Klassenklima ein, in dem sich Jugendliche wohl fühlen und jede Person mit ihrer individuellen Geschichte Platz findet.

Erwachsenenbildung

Früher oder später kommt jede Lehrperson unweigerlich mit dem Thema sexuelle Orientierung in Berührung:

  • Wie reagiere ich angemessen auf homo- und transphobe Schimpfwörter?
  • Wie reagiere ich am besten, wenn Jugendliche gemobbt werden, weil die anderen sie für schwul oder lesbisch halten?
  • Was soll ich tun, wenn sich Lernende in der Klasse oder bei mir outen?
  • Was muss ich als Lehrperson über den Coming-out-Prozess von Jugendlichen wissen?
  • Wie verhalte ich mich bei einem Coming-out am besten?
  • Was antworte ich, wenn mich Jugendliche fragen, was queer genau bedeutet?
  • Wie kann in der Schule mit dem Thema umgegangen werden, damit sich alle Jugendlichen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung – angesprochen fühlen?

Angemessen und respektvoll zu reagieren ist anspruchsvoll, wird aber im Schulalltag verlangt. Deshalb ist es hilfreich, wenn sich angehende Lehrpersonen schon in der Ausbildung mit der Thematik beschäftigen:

  • Im Bereich Erwachsenenbildung unterrichten wir an der PH Zürich das Modul „Sexuelle Vielfalt/ sexuelle Identitäten“ für zukünftige Lehrpersonen der Stufe Sek I
  • An der PH Luzern und der Fachhochschule Luzern unterrichten wir einen Teil des Modul Sexualpädagogik
  • In der Ausbildung der Berufsschullehrer*innen am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB unterrichten wir eine Einheit des Moduls Kommunikation.

Wir bieten auf Anfrage auch Weiterbildungen und Fachinputs für Lehrpersonen, Schulsozialarbeitende und Elternabende an.

Fachcoachings für Jugendarbeitende und Fachpersonen in der Sozialen Arbeit werden von unserer Partnerorganisation du-bist-du angeboten.